Homöopathie? Was ist das?

Nicht alles, was sich Homöopathie nennt, ist wirklich Homöopathie.
Wissenswerte Informationen für Neugierige der Homöopathie. Wahres und Falsches.

Themen:

Was ist Homöopathie?

3 Prinzipien der Homöopathie

Was ist ein homöopathisches Arzneimittel?

Wie findet man das richtige Mittel?

Erkrankungssymptome

Die Ähnlichkeitsregel

Homöopathische Behandlung

Einzelmittel oder Mischungen?

Homöopath? Wer ist das? Arzt oder Heilpraktiker?


Was ist Homöopathie?

Die Homöopathie ist ein eigenständiges Heilungsverfahren.

Sie entstammt keiner Tradition, die sich im Dunkel der Jahrhunderte verliert, sondern sie wurde vor ca. 200 Jahren begründet, und zwar von Christian Friedrich Samuel Hahnemann.

Es gibt nur eine Homöopathie, nämlich die, die Hahnemann entdeckt und gelehrt hat.

Homöopathie ist eine Regulationstherapie, bei der mit Hilfe eines homöopathisches Mittels die körpereigene Regulation zur Gesundung angeregt wird.

Sie ist nicht zu verwechseln mit Natur-oder Pflanzenheilkunde, Neural-oder Ozontherapie, Akupunktur, Fußzonenreflexmassage, anthroposophischer Medizin oder anderen Therapierichtungen.

Sie ist frei von Weltanschauungen.

Sie ist weder der naturwissenschaftlichen, der sogenannten Schulmedizin, noch alternativen Behandlungsmethoden unter- oder zuzuordnen.

3 Prinzipien der Homöopathie (nach Gerhard Köhler, Lehrbuch der Homöopathie, Hippokrates Verlag)

Die Arzneimittelprüfung am Gesunden, (s. Erkrankungssymptome)

die Erhebung des individuellen Krankheitsbildes eines Patienten, (s. auch der Kranke)

die Ähnlichkeitsregel d. h. der Vergleich der Arnzneiprüfungssymptome mit dem individuellen Krankheitsbild (s. Ähnlichkeitsregel)

Was ist ein homöopathisches Arzneimittel?

Homöopathische Arzneimittel können alle Stoffe aus der Natur sein, Mineralien, Pflanzen, Tiere, Gifte, die einem homöopathischen Potenzierungsprozess unterworfen wurden.

Potenzierung heißt nicht Verdünnung, wie die Kritiker der Homöopathie vorwerfen. Sondern mit jedem Verdünnungsschritt, bei dem die Giftwirkung des Ausgangsstoffs gemildert wird, wird durch Verreiben oder Verschütteln eine Information an die Verdünnung weitergegeben.

Wird 1:10 verdünnt, nennt man das D-Potenz. Wird 1:100 verdünnt, nennt man das C-Potenz. Und bei 1:50000 nennt man das LM oder Q-Potenz.

Wie die energetische Information in dem homöopathischen Arzneimittel gespeichert wird, lässt sich quantenphysikalisch erklären.

Wie findet man das richtige Mittel?

Organon von Hahnemann, §6: (Samuel Hahnemann, Organon der Heilkunst, Haug Verlag)
"Der vorurteilslose Beobacher ...nimmt ...an jeder einzelnen Krankheit nichts als äußerlich durch die Sinne erkennbare Veränderungen im Befinden des Leibes und der Seele, Krankheitszeichen, Zufälle, Symptome, wahr, das ist: Abweichungen vom Gesunden, ehemalige Zustände des jetzt Kranken, die dieser selbst fühlt, die die Umstehenden an ihm wahrnehmen und die der Arzt an ihm beobachtet. Alle diese wahrnehmbaren Zeichen repräsentieren die Krankheit in ihrem ganzen Umfange, das ist, sie bilden zusammen die wahre und einzig denkbare Gestalt der Krankheit."

Das Wesen der Homöopathie kommt darin zum Ausdruck, bei erfüllten Bedingungen das heilende Arzneimittel für den jeweiligen Patienten sicher vorherbestimmen zu können. Um dies zu gewährleisten, wird der Mensch als Mensch belassen, d. h. man wendet sich dem Menschen unmittelbar zu, ohne ihn nach Modetrend in Körper und Psyche zu spalten.

Das bedeutet, daß der homöopathische Arzt völlig unvoreingenommen, alle krankhaften Veränderungen, egal wo auch immer, wahrzunehmen hat.


So interessiert ihn im Falle einer Mandelentzündung nicht nur die Höhe der Temperatur und das Aussehen der Mandeln, den Abstrich sowieso nicht, sondern auch alle mit dieser aktuten Erkrankung einhergehenden Störungen.

Er achtet auf die näheren Umstände der Halserkrankung, Auslöser, die Art der Schmerzen, wann und wie treten sie auf, Frost, Hitze, Schweiß, Appetit, Durst, auf die Gemütsverfassung, wo, wie geht es weiter. Beim einen geht es von links nach rechts, etc.

Dieses detaillierte Wissen ist für den homöopathischen Arzt unerläßlich, um für die spezielle Form der Krankheit, an der der Patient gegenwärtig leidet, das passende Mittel wählen zu können.

Voraussetzung für eine erfolgreiche Behandlung ist, daß der Arzt die Beschwerden des Kranken genau kennt, d. h. daß der Kranke seine Bescherden genau beobachtet und alles und richtig dem Arzt mitteilt. Unterbleibt dies, ist eine sichere Hilfe schwierig.

Als nächstes muß der hom. Arzt mit den Wirkungen seiner Arznei exakt vertraut sein. Diese erforderlichen Kenntnisse erwirbt er durch das Studium der Arzneimittel-Lehre, d. h. aus der Auflistung der Erkrankungssymptome.

Was sind Erkrankungssymptome?


Diese sind Symptome, die eine Arznei bei der Erprobung am gesunden Menschen hervorgerufen hat. Diese Prüfungen wurden in der Regel von Ärzten unter bestimmten Bedingung druchgeführt, wobei man alle Abweichung vom gesunden Zustand bis in die feinsten Einzelheiten notierte. Jede Arznei wurde dabei von mehreren Personen beiden Geschlechts geprüft. Alle Beobachtung zusammen ergeben ein Arzenimittel-Bild. Diese AM-Bilder stehen in den Arzneimittel-Lehren und nicht in den Werbebroschüren von Pharmaindustrien.

Die Ähnlichkeitsregel

Das Arzneimittel bei einer Erkrankung wird nun nach dem Ähnlichkeitsprinzip ausgewählt. Hahnemann nannte das Similia similibus currentur. Er nannte diese Heilweise deshalb Homöopathie (hómoion páthos = ähnliche Krankheit).

Die heilende Arznei ist folglich diejenige, die beim gesunden Prüfer Symptome hervorruft, die den Beschwerden des Kranken möglichst ähnlich sind. Nun wird jedoch bei der Therapie dem Patienten die Arznei nicht in derselben Dosierung wie der gesuden Prüfperson verordnet, sondern nach spezieller Zubereitung in einer wesentlich geringeren, was zur Heilung führt.

Organon §26:
homöopathisches Naturgesetz:
Eine schwächere dynamische Affektion wird im lebenden Organism von einer stärkeren (Anm.: = höher potenzierten) dauerhaft ausgelöscht,wenn diese (der Art nach von ihr abweichend) jener sehr ähnlich in ihrer Äußerung ist.

Organon §27:
"Das Heilvermögen der arznei beruht daher auf ihren, der Krankheit ähnlichen und dieselben an Kraft überwiegenden Symptomen, so daß jeder einzelne Krankheitsfall nur durch eine, die Gesamtheit seiner Symptome am ähnlichsten und vollständigsten (im menschlichen) Befinden selbst zu erzeugen fähige Arznei, welche zugleich die Krankheit an Stärke übertrifft, am gewissesten, gründlichsten, schnellsten und dauerhaftesten vernichtet und aufgehoben wird."

Organon §153:

"Bei dieser Aufsuchung eines homöopathisch specifischen Heilmittels ... sind die auffallenderen, sonderlichen, ungewöhnlichen und eigenheitlichen (charakteristischen) Zeichen und Symptome des Krankheitsfalles, besonders und fast einzig fest in's Auge zu fassen; denn vorzüglich diesen, müssen sehr ähnliche in der Symptomenreihe der gesuchten Arznei entsprechen, wenn sie die passendste zur Heilung sein soll.


Die allgemeineren und unbestimmteren: Eßlust-Mangel, Kopfweh, Mattigkeit, unruhiger Schlaf, Unbehaglichkeit u. s. w., verdienen in dieser Allgemeinheit und wenn sie nicht näher bezeichnet sind, wenig Aufmerksamkeit, da man so etwas Allgemeines fast bei jeder Krankheit und jeder Arznei sieht."

Homöopathische Behandlung:

Unter hom. Behandlung wird der Mensch als Mensch belassen, ohne den Menschen aufzuspalten in herzkrank, leberkrank etc. Es werden alle Abweichung vom ehemals gesunden Zustand berücksichtigt. Es wird die Arznei herausgesucht, die in ihren krankmachenden Symptomen der Krankheit des Patienten am nächsten kommt.

Einzelmittel oder Mischungen?

Aus dem bisher Erzählten kann man bereits folgern, daß sich in der Homöopathie die gleichzeitige Einnahme zweier oder mehr Mittel verbietet. Geprüft wurde jeweils nur das Einzelmittel, und nur die durch dieses hervorgerufenen Symptomeabweichung könne den Beschwerden des Patienten ähneln. Wie sich Mittelmischungen bei Prüfungen oder bei der Behandlung verhalten, ist nicht absehbar und bisher noch niemals überprüft worden. So könnten Kombinationspräparate gänzlich anders wirken als ihre Ausgangsprodukte, was sich leicht so veranschaulichen läßt: Die Mischung zweier Farben (Blau und Gelb) ergibt eine völlig verschieden dritte (Grün).

Alle Angaben auf Mischpräparaten sind alle erfunden und entspringen nur der Phantasie des Mischers. Es ist geradezu ein Skandal, dass solche Produkte bei uns überhaupt zugelassen werden.

Wer demnach Mittelmischungen als Homöopathie ausgibt, sagt wissentlich oder unwissentlich die Unwahrheit. Damit soll kein noch kein Urteil über den evt. Nutzen von Kombinationspräparaten gefällt werden. Allein, deren etwaige Erfolge sind keinen homöopathischen, sondern anderen Zusammenhängen zuzuorden. Das ganze hat nichts, aber auch absolut nichts mit Homöopathie zu tun.

Hier muß auch auf Befürworter von Mittelmischung hingewiesen werde, die kühn behaupten: Der Körper sucht sich das richtige Mittel aus. Darin zeigt sich eine weittragende Gedankenlosigkeit, die das Nichtverstehen elementarer Grundlagen der Homöopathie verät. Entspräche diese Behauptung nämlich den Tatsachen, könnte jedem Patieten ein Kombiantion aus allen homöopathischen Mitteln verordnet werden, und die Genesung wäre das Ergebnis. Das Wundermittel auf Erden wäre geboren. Daß es sich hierbei um reines Wunschdenken handelt, haben die Fehlschläge längst demonstriert.

Homöopathische Behandlungserfolge sind immer nur auf dem mühsamen Weg der Beschwerdeerhebung und genauen Mittelfindung zu erzielen. Und wenn sie lesen, daß Mittel könne bei ...... angewandt werden, dann wissen Sie schon, daß es sich hier nicht um ein homöopathisches Mittel handeln kann. Bei einem homöopathischen Mittel werden Sie nie ein Anwendungsgebiet, noch Nebenwirkungen oder ähnliches finden.

Homöopath? Wer ist das? Arzt oder Heilpraktiker?

Egal. Ob Arzt oder Heilpraktiker. Hauptsache, er hat eine Ausbildung in Homöopathie. Während bei Ärzten für die Führung des Titels "Homöopathie" eine mindestens dreijährige Ausbildungund ein Facharzttitel erforderlich ist, kann jeder Heilpraktiker auf sein Schild schreiben, was ihm gefällt, auch wenn er keinerlei Ausbildung darin hat.

Erkennen können sie die Homöopathen somit nur daran, dass sie Einzelmittel und keine Mischungen verordnen. Denn nur diese haben etwas gelernt und schauen nicht in den Werbeprospekten sogenannter homöopathischer Firmen nach.

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© 2002-2018 Dr. Helmut Horn, Facharzt für Allgemeinmedizin, Schramberger Str. 1, 77761 Schiltach, 07836/1620

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